Chronik

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97225 Zellingen


„Zellinge‘ is‘ e‘ Narre’nest
scho‘ seit hunderte vo‘ Jahr’n g’west“

Seit wann die Zellinger Fasenacht schon besteht, lässt sich heute leider nicht mehr feststellen. Jedoch ist anzunehmen, dass unser Narrentreiben seinen Ursprung in der alemannischen „Fasenet“ hat. Nach neuesten Erkenntnissen stammen die ersten schriftlichen Nachweise unserer Zellinger Fasenacht aus dem Mittelalter.

Erste Erwähnungen der Fastnacht stammen bereits aus dem 15. Jahrhundert. Alte Urkunden aus der Datenbank der Universität Würzburg berichten von „Fasenachtshühnern“ als Abgabe Zellinger Bauern an den jeweiligen Lehensherren.

Jahr 1456
Am 4. Mai, Abgabe von 27 Fastnachtshühnern an Caspar von Pfersdorf.

Jahr 1499
Am 9. April, Abgabe von 27 Fastnachtshühnern an Martell von Weiler. Das mittelalterliche Leben in Zellingen in dieser Zeit war geprägt von der Unfreiheit und Ungleichheit der Menschen. Zum einen die Grundherren, Adels- und Ritterfamilien, zum anderen die Bauern, „Hörige“ oder auch „Leibeigene“. Die Verpflichtung der Zellinger Bauern an die Grundherren bestand darin, Abgaben von der Ernte und der Viehhaltung zu leisten, außerdem auch noch umfangreiche Fronarbeiten zu verrichten. Durch mündliche Überlieferungen von den Dorfältesten lässt sich die Zellinger Fasenacht bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Aufgrund des Großbrandes im Jahre 1863 sind vermutlich weitere schriftliche Nachweise früherer Jahre verloren gegangen. Weitere Nachweise über Zellinger Fasenachtsgeschehen liefert uns die Schrift „Zellingen einst“. 
Dem Verfasser, Erwin Nikolai, gelang es durch intensive Nachforschungen noch verfügbarer Quellen die Ortsgeschichte unseres Dorfes zu beleuchten. So finden sich in diesen „Schlaglichtern“ auch die ersten Aktivitäten der alten Zellinger Vereine.

Jahr 1862
Der Turnverein Zellingen, 1861 gegründet, führte bereits im Jahre 1862 einen Fasenachtsball für die Vereinsmitglieder durch.

Jahr 1889
Ein Jahr nach der Gründung des Radfahrervereins Bavaria Zellingen steht im Terminkalender:

12. Januar 1889Maskierte Herrenkneipe
09. Februar 1889Ball Mit Maskenzutritt

Jahr 1912
Im Jahre 1912 führte, nach Aussage der Dorfältesten, ein gewisser Dr. Rauser mit einer Droschke, in der vier als „Hamel“ (Schafe) verkleidete Männer saßen, den Zug am Fasenachtsdienstag an.

Jahr 1923
Aufstand der Zellinger Narren und Niederschlagung durch die Reichswehr.

Jahr 1935
Junge Zellinger Männer besuchen die Fastnachtshochburg Mainz am Rhein, um sich Anregungen zur weiteren Ausschmückung der Zellinger Fasenacht zu holen.

Jahr 1936
In den bereits bestehenden Fasenachtsablauf werden Mainzer Elemente integriert, wie Elferrat, Prinz, Sitzungen, Tanzgarde, Büttenreden, Orden sowie Motivwägen beim Zug. Zum ersten mal wird auch eine Beerdigung der Fasenacht durchgeführt.

Jahr 1947
Erster Narrenzug nach dem 2. Weltkrieg.

Jahr 1948
Erster großer Fasenachtszug in der Region mit zahlreichen Zuschauern aus nah und fern.

Jahr 1950

Gründung des Zellinger Fasenachtsvereins (ZFV)

Jahr 1954
Das erste Zellinger Prinzenpaar

Jahr 1972
Rathausempfang und Kür von Ehrensenatoren

Jahr 1974
Erster Rathaussturm – Artistengruppe „Zellinger Zwiebeltreter“ im Fernsehen

Jahr 1994
4 x 11 Jahre ZFV – Ausstellung im Rathaus

Jahr 2000
50 Jahre ZFV – Ausstellung im Turm – Bayerisches  Fernsehen berichtet über das Bärentreiben

Jahr 2005
5 x 11 Jahre ZFV – Vorstellung des Buches über die Zellinger Fasenacht

Jahr 2018
Kurzauftritt der Turedancer, Deutscher Meister im Männerballett, bei der Fernsehsitzug “Fastnacht in Franken” im BR Fernsehen

Jahr 2019
Mitwirkung der “Kellermäster” bei der Fernsehsendung “Närrische Weinprobe” im BR Fernsehen

Albrecht Endrich, Ehren-Gesellschafts-Präsident des Zellinger Fasenachtsvereins schrieb in einer Kurzchronik im Sessionsheft des Jahres 1972:
„Tatsache ist, dass dieser traditionelle Brauch der Fasenacht nur durch die Mentalität unseres Zellinger Völkchens erhalten blieb. Es ist doch so – wenn alljährlich nach Weihnachten die Tage wieder länger werden und sich der Frühling langsam ankündigt, dringt uns Zellingern etwas Fremdartiges ins Blut, etwas Erregendes, das jenen Mächten ähnelt, die draußen in der Natur ins Baumgeäst treiben und das Gras wieder grünen lassen. “
Die Kinder haben es von den Eltern, die Eltern von den Großeltern, und so geht diese Überlieferung in Ur-, Urgenerationen zurück. Jedenfalls weiß man es in Zellingen nicht anders, als dass die Fasenachtstage im Jahresrhythmus etwas Besonderes darstellen.